Konzept

Die Voraussetzungen

Der Träger

Träger der vier Kindergruppen ist der Elternverein „Knaddeldaddel e.V.“ Der Verein wurde gegründet mit dem Ziel, Eltern eine sinnvolle und familienergänzende Kleinkinderziehung in der Gruppe anzubieten. Der Verein trägt dazu bei, das Angebot der Betreuung von Ein- bis Sechsjährigen zu erweitern. Die Vereinsmitglieder sind ausschließlich Eltern, die ihre Kinder in einer der Gruppen haben. Aus den Mitgliedern wird der dreiköpfige Vorstand gewählt. Die Kindergruppe ist Mitglied im Verbund Bremer Kindergruppen e.V..

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Die Zielgruppe

Knaddeldaddel hat drei gemischt geschlechtliche Gruppen mit 8 bis 10 Kindern im Alter von 1 bis 3 Jahren und eine gemischt geschlechtliche Gruppe mit 20 Kindern im Alter von 3 bis 6 Jahren. Montag bis Freitag von 8:00 bis 15:30/16.00 Uhr sind die Gruppen der Lebensmittelpunkt für diese Kinder.

Personalstruktur / -bedarf

Betreut wird jede Gruppe durch mindestens zwei pädagogische Fachkräfte. Unterstützt werden diese Teams jeweils durch einen jungen Erwachsenen, der ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) ableistet.

Finanzierung

Die Finanzierung der Kindergruppe setzt sich zusammen aus Elternbeiträgen sowie öffentlicher Förderung durch die Stadt Bremen.

Die Standorte

Die Räumlichkeiten der Kindergruppe am Osterdeich 80 befinden sich im Erdgeschoss eines Wohnhauses.

Der Kindergruppe am Osterdeich stehen folgende Räume zur Verfügung:

1 Gruppenraum für 8 Kinder
1 Schlafraum für 8 Kinder
1 Bad für 8 Kinder
1 Flur mit Garderobe
1 Küche
1 Personaltoilette
1 Lagermöglichkeit in der Garage


Die Räumlichkeiten des Reggio-Kindeshauses befinden sich im Erdgeschoss des Wohn- und Geschäftshauses Feuerkuhle 69. Zwischen der Eingangstür und der Straße Feuerkuhle befindet sich der eingefriedete Außenbereich. Dort können die Kinder gefahrlos toben oder in den großen Bollerwagen einsteigen, um gemeinsam mit den ErzieherInnen die Umgebung zu erkunden. Die Eingangstür ist barrierefrei über eine Rampe zu erreichen.

 Im Reggio-Kinderhaus stehen folgende Räume zur Verfügung:

2 Gruppenräume für jeweils 10 U3-Kinder
2 Schlafräume für jeweils 10 U3-Kinder
2 Bäder für jeweils 10 U3-Kinder
2 Gruppenräume für 20 Ü3-Kinder
1 Bad für 20 Ü3-Kinder
2 Eingangsbereiche mit Garderoben
1 Atelier/Differenzierungsraum
1 Küche
3 Personaltoiletten (einmal barrierefrei)
1 kleine „Bibliothek“
1 Büro
1 MitarbeiterInnen-Raum
3 Lagerräume

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Pädagogische Schwerpunkte und Ziele

Knaddeldaddel – ein wertschätzender Ort

Das Zusammenleben bei Knaddeldaddel basiert auf der Wertsschätzung der Kinder in ihrer eigenen Individualität. Kinder werden in ihrem „so sein“ wahrgenommen und gestärkt. Das heißt, jedes Kind wird einzeln als eigenständige Persönlichkeit gesehen und ernst genommen. In der Betrachtung der Kinder wird stets von ihren Stärken ausgegangen.

Im Mittelpunkt stehen das Zusammenleben in der Gruppe und das Erlernen sozialen Verhaltens. Den Kindern wird im alltäglichen Umgang wertschätzend und respektvoll auf Augenhöhe begegnet. Auf diese Weise soll das Fundament für demokratische Einstellung und demokratisches Handeln gelegt werden.

Das Leben bei Knaddeldaddel

Durch das Einbeziehen in die alltäglichen Abläufe und die Möglichkeit, Verantwortung zu übernehmen, werden die Kinder in knaddeldaddel_032ihrer Entwicklung zur Selbstständigkeit unterstützt. „Hilf mir, es selbst zu tun“, ist hierbei der richtungweisende Ansatz. Hierzu gehört zum Beispiel das eigenständige An- und Ausziehen, Zähneputzen, auf den Wickeltisch klettern, das Frühstück zubereiten. Die Kinder werden dazu ermutigt, ihre Fertigkeiten, Fähigkeiten und Kenntnisse durch immer neue Anforderungen zu erweitern. Über den Einbezug der Gruppe in Entscheidungen, die die Tagesgestaltung betreffen, werden die Kinder in ihrer eigenen Entscheidungskompetenz gestärkt. Auch individuelle Entscheidungen – beispielsweise beim Essen – werden respektiert.

Frühkindliche Bildung wird bei Knaddeldaddel nicht ausschließlich über kognitive Herausforderungen definiert, sondern – im Sinne eines ganzheitlichen Ansatzes – auch über soziale und emotionale Entwicklungsaufgaben. Die Kinder sollen lernen, ihre eigenen Gefühle zu erkennen und auszudrücken, die Gefühle anderer Kinder zu respektieren und den Umgang mit diesen zu üben.

Themen sind hierbei zum Beispiel die Entwicklung von Freundschaften, das Füreinandersorgen, Missmut tolerieren, sich gegenseitig trösten und Freude teilen. Auch das Erlernen des Umgangs mit Konflikten, mit eigenen und fremden Aggressionen, gehört zum alltäglichen Miteinander. Altersgemäße, konstruktive Konfliktlösungsmodelle werden mit den Kindern erarbeitet, so dass ein Aushandeln von Interessen und Aufeinanderzugehen ermöglicht wird.

Gleichzeitig gehört zu einem gelingenden Gruppenleben auch das Erlernen von gemeinsamen Regeln. Durch die klare Einbindung der knaddeldaddel_026Gruppenregeln in den Alltag bekommen die Kinder Orientierungsmöglichkeiten. Die Regeln betreffen zum einen den Umgang der Kinder untereinander – die Grenzen der Einzelnen sind zu akzeptieren, es gibt keine tätlichen Auseinandersetzungen – als auch die Gestaltung der gemeinsamen Aktivitäten – gegenseitige Rücksichtnahme, kein Rumlaufen während der Mahlzeiten etc..

Ein weiterer pädagogischer Schwerpunkt bei Knaddeldaddel ist eine Stärkung der Selbstwahrnehmung und des Körperbewusstseins. Dies wird gefördert durch die Benennung von Körperteilen bei der Körperpflege und bei Bewegungsliedern, gemeinsames Anschauen von Babyfotos der Kinder, Spielen mit dem Spiegel sowie durch Gipsabdrücke von Händen und Füßen. So lernen die Kinder auf spielerische Art sich selbst und ihren Körper kennen.

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Entfaltung in vertrauter Sicherheit

Kinder brauchen einen verlässlichen Rahmen, um sich positiv entwickeln zu können. Der verlässliche Rahmen wird bei Knaddeldaddel neben der personellen Ausstattung insbesondere durch einen immer wiederkehrenden Rhythmus im Tagesablauf gestaltet.

Jeder Tag beginnt mit dem gemeinsamen Morgenkreis um eine gestaltete Mitte. Der Morgenkreis stärkt die gegenseitige Wahrnehmknaddeldaddel_025ung und das Gruppengefühl. Um den Kindern ein Grundgefühl für die Gruppe und ihre Mitgliedern zu ermöglichen wird z.B. jeden Morgen gefragt, wer von den Kindern da ist und wer fehlt, wer von den BetreuerInnen anwesend ist oder nicht. Der anstehende Tag wird besprochen und durch Fotos, Bilder etc. visualisiert. Gemeinsames Singen eröffnet und schließt den Morgenkreis.

Jede Mahlzeit beginnt mit einem gemeinsamen Tischspruch. Die gemeinsame Einnahme der Mahlzeiten wird als soziales Ereignis verstanden. Die Kinder werden hierdurch mit einer Kultur des Essens vertraut.

Die Ruhe- und Schlafenszeit wird eingeläutet durch Singen und Lesen. Das langsame Aufwachen in vertrauter und geborgener Atmosphäre und ein gemeinsamer Imbiss beenden den Tag.

Geburtstage, Feiertage, besondere Anlässe spielen bei der Wochen- und Jahresgestaltung in der Gruppe eine große Rolle und schaffen immer wieder Höhepunkte für die Kinder.

Sich spüren und wachsen

Nach Möglichkeit geht die Kindergruppe täglich raus. Die Spielplätze in der Nähe sind beliebte Ziele. Die Kinder erleben dadurch den knaddeldaddel_020Wechsel der Jahreszeiten und die Natur intensiv mit und werden aufmerksam für ihre Umwelt. Die Ausflüge der Gruppe mit dem Bollerwagen ermöglichen den Kindern, ihren eigenen Lebens- und Sozialraum zu erkunden. Die Bewegung draußen auf den Spielplätzen und freien Flächen fördert die motorische Entwicklung der Kinder. Der Aufenthalt im Freien bei jedem Wetter trägt dazu bei, dass die Kinder sich selbst im Zusammenhang mit der Natur und der Witterung erfahren.

Den eigenen Körper und die eigene Stimme spüren wird durch das tägliche Singen ermöglicht. Melodie und Rhythmus bilden die Voraussetzungen für das Artikulieren und Verstehen gesprochener Sprache. Auch Hören und Wiedergeben unterschiedlicher Stimmlagen verleihen den Kindern ein Gefühl für die eigene Sprachmelodie und fördert sie somit in ihrem eigenen Spracherwerb.

Wohlfühlen und genießen

Bei Knaddeldaddel erhalten die Kinder ein nahrhaftes Frühstück. Außerdem wird täglich ein warmes, vollwertiges Mittagessen knaddeldaddel_015angeboten, das von einem Cateringservice zubereitet und angeliefert wird, der sich auf kindgerechte Mahlzeiten spezialisiert hat. Nach dem Mittagsschlaf erhalten die Kinder einen kleinen Obstimbiss. Bei Knaddeldaddel wird Wert darauf gelegt, dass die Kinder mit hochwertigen Nahrungsmitteln verpflegt werden. Im Zuge des individuellen Ansatzes wird selbstverständlich Rücksicht auf einzelne Ernährungsbedürfnisse der Kinder genommen, wie z.B. auf Allergien und vegetarische Lebensweise. Essen soll für die Kinder mit Geselligkeit und Genuss in Verbindung gebracht werden. Die Einnahme der Mahlzeiten wird daher als Gruppenereignis in einer knaddeldaddel_004positiven Atmosphäre gestaltet, bei der die Kinder miteinander reden, lachen und genießen und so Spaß beim Essen haben können. Die gemeinsame Mahlzeit wird so zum Kommunikationsort, an dem Ereignisse besprochen, Pläne geschmiedet und Absprachen getroffen werden. Da Kinder mit allen ihren Sinnen genießen, wird bei Knaddeldaddel darauf geachtet, dass die Gerichte appetitlich aussehen, lecker riechen, sich gut anfühlen und natürlich gut schmecken. Auch das Ambiente wird bei den Mahlzeiten sinnlich gestaltet. Hierzu gehören neben Porzellangeschirr, Besteck, Becher und Lätzchen auch eine ansprechende Tischdekoration mit Blumen, Kerzen o.ä.. Die zwanglose und positive Atmosphäre bei den Mahlzeiten gestaltet sich aber insbesondere daraus, dass bei Knaddeldaddel ein „Nein“ akzeptiert wird, wenn ein Kind nichts essen möchte, dass Kinder Reste übrig lassen dürfen, wenn sie satt sind und dass es erlaubt ist, nur das Dessert zu essen.

Eigene Welten schaffen

Wenig Spielzeug soll den Kindern im freien Spiel und somit in ihrer Fantasie die Kreativität anregen. Das Spielen der Kinder soll möglichst wenig durch Spielzeug vorbestimmt werden, das sie in ihrem Spielablauf festlegt.

Das pädagogische Handeln hinsichtlich des Spielverhaltens orientiert sich am Situativen Ansatz. Die Spielimpulse der Kinder werden vonknaddeldaddel_027 den pädagogischen Mitarbeiter- Innen aufgenommen und mit den Kindern weiterentwickelt. Viele Spielimpulse entstehen dadurch, dass die Kinder Alltagssituationen in Rollenspielen nachahmen, so z.B. Kranksein, Kochen, Pflege eines neuen Geschwisterkindes.

Gleichzeitig werden auch Impulse durch die MitarbeiterInnen an die Kinder weitergegeben. Der individuelle Ansatz bei Knaddeldaddel fördert die Kinder darin, ihrem Forscher- und Entdeckerdrang und ihrer natürlichen Neugier nachzugehen.

Ankommen und Loslassen

Die Eingewöhnung neuer Kinder in die Gruppen erfolgt bei Knaddeldaddel nach dem Berliner Modell von Kuno Beller. Das Modell sieht vor, dass das Kind Anfangs mit einer ihm vertrauten Bindungsperson zusammen in der Gruppe bleibt. So wird dem Kind ermöglicht, sein Interesse an anderen Kindern zu entwickeln und neue Spielmaterialien zu erforschen, ohne mit Trennungsängsten konfrontiert zu werden.

Die MitarbeiterInnen versuchen in dieser Zeit, so viel Kontakt wie möglich zu den Kindern aufzubauen. Das Berliner Modell ist eine auf knaddeldaddel_001das einzelne Kind bezogene Eingewöhnung. Eine Vorgehens- weise nach festgelegten Zeit- abschnitten wird abgelehnt. Die allmähliche, behutsame Eingewöhnung nimmt Rücksicht darauf, dass das Kind Zeit braucht, um Vertrauen zu seinen ErzieherInnen zu entwickeln. Dabei hilft ihm auch, zu beobachten, dass die anderen Kinder bereits Vertrauen und positive Beziehungen entwickelt haben. Die Eltern können durch ihre Anwesenheit während des Eingewöhnungsprozesses eigene Ängste abbauen und ebenfalls Vertrauen zu den ErzieherInnen fassen.

Die Orientierung der Eingewöhnungsphase an diesem Modell bedeutet jedoch natürlich nicht, dass sich jedes Kind daran halten möchte. Im Endeffekt steht das Kind mit seinen individuellen Bedürfnissen und seinem Tempo im Mittelpunkt der Gestaltung der ersten Zeit in der Gruppe.

Knaddeldaddel – ein Ort für Austausch und Vernetzung

Durch das Zusammenwirken mit anderen Institutionen im Stadtteil ist Knaddeldaddel in ein großes Netzwerk von Akteuren dknaddeldaddel_011er Arbeit mit Kindern und Jugendlichen eingebunden. So besuchen sich zum Beispiel die umliegenden Kindergruppen gegenseitig. Es gibt einen regen Austausch mit den Kindergärten im Stadtteil. Die MitarbeiterInnen von Knaddeldaddel nehmen regelmäßig an kollegialen Beratungen mit ErzieherInnen aus anderen Kindergruppen teil und gestalten darüber hinaus die Arbeit des Verbundes für Bremer Kindergruppen aktiv mit.

Knaddeldaddel begreift sich selber als lernende Organisation, die sich durch diese breite Vernetzung in einen ständigen fachlichen Austausch begibt, der eine Weiterentwicklung der MitarbeiterInnen und damit der Einrichtung ermöglicht. Auf der anderen Seite kann auf diese Weise das Team von Knaddeldaddel Impulse aus seiner eigenen Erfahrung an andere Kindergruppen und Einrichtungen weitergeben. Im Rahmen von Fort- und Weiterbildungen wird den MitarbeiterInnen die Möglichkeit geboten, sich fachlich und persönlich weiter zu entwickeln.

Knaddeldaddel – ein Ort des Miteinanders

Die Grundlage des Zusammenwirkens bei Knaddeldaddel ist das vertrauensvolle Miteinander von Kindern, MitarbeiterInnen, Eltern und weiteren familiären Bezugspersonen. Die Eltern werden aktiv in die Arbeit einbezogen. Dies geschieht über Elterngespräche, Hausbesuche und regelmäßige Elternabende.

Auch die täglichen Bring- und Abholsituationen bieten Möglichkeiten zur Kommunikation zwischen Eltern und MitarbeiterInnen. Iknaddeldaddel_013m Rahmen dieser regelmäßigen Kommunikation kann ein enger Austausch über die Entwicklung des Kindes, die Gruppendynamik und die familiäre Situation zu Hause stattfinden.

Als eine Elterninitiative schaffen die Eltern durch ihre Vereinstätigkeit nicht nur die Grundlage der Arbeit, sondern tragen darüber hinaus durch die Übernahme verschiedener Aufgaben zum Gelingen des Gruppenalltages bei. Hierzu zählen zum Beispiel die wöchentliche Wäsche, die Instandhaltung der Räumlichkeiten und bei Bedarf die Unterstützung des Teams.

Knaddeldaddel – ein lebendiger Ort

Die Räumlichkeiten bei Knaddeldaddel sind ein Lebensmittelpunkt von Kindern und Eltern und stehen diesen auch über die Betreuungszeit hinaus zur Verfügung. Oftmals verweilen Eltern gemeinsam mit ihren Kindern dort, tauschen sich aus und können so soziale Netzwerke aufbauen und vertiefen.

Es werden vielfältige Schnittstellen zwischen dem Gruppenalltag und dem familiären Alltag geschaffen. Schnittstellen sind das gemeinsame Feiern von jahreszeitlichen Anlässen, wie zum Beispiel Laternenlaufen, Weihnachten, Ostern und ein Sommerfest sowie gemeinsame Freizeitaktivitäten.